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Von Helden und phantastischen Welten

In den letzten Jahren bin ich, allen meinen vorherigen Beteuerungen zum Trotz, zum regelmäßigen Fantasy- und Science Fiction-Leser geworden. Ich hatte direkt eine ganze Reihe guter Serien entdeckt, die mich lange mit Lesestoff versorgt hatten, aber momentan ist ein bisschen Ebbe, jetzt müssen die Autoren erst mal nachliefern:

George R.R. Martin-  A Song Of Ice and Fire: ich (und Millionen andere Leser) warten auf Band 6, der  erscheint frühestens irgendwann in 2016

Patrick Rothfuss – The Kingkiller Chronicle: ich (und ein paar hunderttausend andere) warte auf Band drei, der wohl auch irgendwann in 2016 kommt

James S.A. Corey – The Expanse Series: ein Lichtblick, denn Band 5 erscheint in etwa 4 Wochen

Daniel Abraham – The Dagger and the Coin: Band 5 erscheint Anfang 2016

Zwischenzeitlich hatte ich sogar Alastair Reynolds‘ Revelation Space noch mal eine Chance gegeben, aber schon nach ein paar Seiten habe ich mich an denselbe Dingen gestört, wie beim ersten Versuch.

Eine ältere Serie von Daniel Abraham, The Long Price Quartet, rettet mich über die Zeit, ist aber kein Notstopfen, sondern absolut empfehlenswert.

Abseits davon kehre ich scheinbar alle paar Jahre mal wieder zu Superhelden-Comics zurück, wobei es diesmal ausgerechnet der phantastische Avengers-Film war (der erste, den zweiten habe ich noch nicht gesehen), der mich so entzückt hat, dass ich Mark Millars „The Ultimates“ glatt noch mal eine Chance geben wollte, obwohl die Comics schon auf dem „geht nach eBay“-Stapel lagen. Ich kenne kaum einen Comic, der gleichzeitig so brillant und so unterirdisch schlecht ist, selbst nachdem man sich auf eine fragwürdige Prämisse (Probleme löst man am besten Mann gegen Mann, Auge um Auge und Zahn um Zahn) eingelassen hat. Millar, immer schon ein Mann fürs Grobe im Feinen und andersherum, de-konstruiert einerseits das Superhelden-Genre, stellt die Führungsrolle und moralische Integrität der USA in Frage, liefert eine spannende Story mit großen Momentan ab – und scheitert dann doch an Konventionen.
Am Ende finden die Helden Erlösung von allen Zweifeln und Bestätigung ihrer kleinen Eitelkeiten. Dann schenkt der Autor auch noch George W. Bush (bei Veröffentlichung noch amtierender Präsident) einen Gastautritt als echter Kerl. Vielleicht hält der gebürtige Schotte Millar alles andere im Hinblick auf die Hauptzielgruppe (16-20-jährige weiße, männliche US-Amerikaner) für aussichtslos, aber von dieser Seite des Atlantiks und der Altersgrenze wirken The Ultimates halbherzig und letztlich als eine Rechtfertigung, jegliche Kritik an den herrschenden Zuständen beiseite wischen zu können. Man muss sich fragen, was Warren Ellis oder Grant Morrison mit dem Thema angestellt hätten. Oder, dringender noch, was das im Rückblick für Millars eigene Arbeiten an The Authority bedeutet.
Stattdessen freue ich mich jetzt erst mal auf einen neuen Powers-Band von Brian Michael Bendis und Michael Avon Oeming.

Gelesen: Fantastisches

oder zumindest Fantasievolles.

Für jemanden, der keine Fantasy-Romane mag, habe ich in den letzten Monaten ganz schön viele Fantasy-Romane gelesen. Eigentlich, so muss ich zugeben, habe ich ja auch ein Faible für Fantasy, aber es ist halt ein Genre, in dem man etwa 98% der Werke getrost vergessen kann. Wie eigentlich in jedem anderen Genre auch, weswegen ich mich so ungern auf eins festlegen lasse. Kaum spricht sich herum, dass man beispielsweise Krimis mag, bekommt man dann in den nächsten Jahren immer wieder welche zum Geburtstag geschenkt, die Hälfte davon schlecht (schenkende Menschen machen sich ja Gedanken und daher ist die Quote niedriger als beim zufälligen Griff ins Regal der Buchhandlung), aber vom Rest dann 80% aus einem „falschen“ Unter-Genre – ja ja, so was gibt es. Und bei Fantasyromanen ist das genauso, nur VIEL SCHLIMMER.

Ich habe trotzdem ein paar gelesen und mich mitunter gut unterhalten gefühlt, aber auch meine Trefferquote war eher schlecht – und dabei weiß ich zumindest relativ genau, was ich mag. Die klassische Messlatte für Fantasyliteratur ist für die meisten Leser in Deutschland der Herr der Ringe, aber das ist ein zweischneidiges Schwert. Tolkiens Opus Magnus lebt von seiner Originalität und Detailtreue und ist in Würde gealtert, was ja schließlich einen Klassiker ausmacht, aber ich frage mich, wie die Resonanz wäre, wenn das Buch in jüngster Vergangenheit erschienen wäre. Für Vergleiche taugt es kaum, man käme ja auch nicht auf die Idee, einen heutigen Film an Ben Hur oder Metropolis zu messen.

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Ausgelesenes

Um mich nicht in ein paar Monaten selber fragen zu müssen, ob ich dies das und jenes eigentlich schon gelesen habe, muss ich dringend mal wieder einen Lesebericht anfertigen. Unsortiert, ungefiltert und querbeet:

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