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Gelesen: Funny Girl, von Nick Hornby

Funny-GirlNick Hornby hat, wieder einmal, aus seinen eigenen nostalgischen Erinnerungen ein Buch gemacht, dass sicherlich seine Leserschaft vor allem unter Engländern einer gewissen Altersgruppe (nämlich der des Autors selber) findet. Die gute alte Zeit spielt stets eine Hauptrolle in seinen Romanen, sei es indirekt, wie bei dem großen Kind, das nicht erwachsen werden möchte, in About A Boy, oder direkter bei Schwelgereien in Erinnerungen in High Fidelity, Fever Pitch und eben jetzt Funny Girl, einer Geschichte voller Erinnerungen an die BBC Sitcoms der sechziger Jahre.

Aber Hornbys Nostalgie ist nie verklärend oder harmlos, sondern immer bittersüß und vielschichtig. So kontrastiert auch die Geschichte des Mädchens Barbara aus Blackpool, das nichts anderes möchte, als Menschen zum Lachen zu bringen, ein buntes Bild der Swinging Sixties mit einer grundkonservativen Umgebung und deren ganz eigenen Erwartungen an junge Frauen und ihre Rollen im Fernsehen und der Gesellschaft.

Das Ergebnis ist, wieder einmal, ein kurzweiliges, lustiges Buch, das nie wirklich tiefgründig wird, aber nachdenkliche Passagen in verträglicher Länge und an den richtigen Stellen enthält. Zeit- und Lokalkolorit werden schon stimmen, ich war ja nicht dabei, damals im London der Sechziger. Und, wie eigentlich auch immer bei Hornby, gibt es ein Happy End mit Abstrichen. Ein tolles Buch für den Urlaub, für das ich unseren einzigen Strandtag gut und gerne genutzt habe.