SPIEL 2016

Zwischen all dem Trubel, der mich auch vom regelmäßigen Bloggen abhält, habe ich es mir doch nicht nehmen lassen, mit ein paar der besten Mitspieler der Welt auf die Spielemesse in Essen zu fahren. Diesmal waren wir am Sonntag drin und auch rechtzeitig aufgestanden, was den Messebesuch zu einem deutlich angenehmeren Erlebnis gemacht hat, als wir im Vorjahr hatten. Immer noch voll, aber deutlich weniger, als in 2015.
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(Nicht) gelesen: R. Scott Bakker – The Judging Eye

tjeyeEin paar Jahre habe ich gebraucht, um The Judging Eye endlich anzufangen, so sehr hatte mich die Vorgänger-Trilogie The Prince of Nothing letztlich unentschlossen entlassen.  Etwa hundert Seiten habe ich dann durchgehalten, bevor ich dann frustriert aufgegeben habe.

Schon in den ersten drei Bänden, also deutlich über tausend Seiten lang, hat Bakker es geschafft, eine atmosphärisch dichte, düstere Welt mit einer facettenreichen Vergangenheit und Mythologie zu erschaffen, und dort dann eine epische Fantasy-Handlung anzusiedeln und eng mit der Welt zu verweben, die sich vor den großen des Genre eigentlich nicht verstecken müsste. Leider kommt die Geschichte stets zäh in Gang, Seite um Seite verbringen seine Charaktere mit Nabelschau, drehen jeden Gedanken drei mal um und tun sonst nicht viel. Zu einem gewissen Grad verdeutlicht das die Macht, welche der unheimliche Gottkaiser über alle hat, die seinen Weg kreuzen, aber am Ende blieb für mich immer das Gefühl, das man dieselbe Geschichte genauso stimmig, aber wesentlich spannender auf einem Drittel ihrer Länge hätte erzählen können.  Mit noch einmal geschätzt 1.900 Seiten vor mir (die letzen beiden Bände sind noch nicht erschienen), erschien mir das dann doch als Verschwendung meiner Freizeit. Schade.

thStattdessen segele ich mit Lucky Jack Aubrey und Dr. Maturin über das Rote Meer. Schon nach dem ersten Absatz fühlte ich mich zu Hause, und der stete Strom an Dialogwitz, interessanten Figuren und tatsächlich fortschreitender Handlung spült mich beim Pendeln
und vorm Einschlafen zuverlässig an den Strand der Glückseligkeit.

Admirals Order: Close Action

Nachdem wir die Grundprinzipien des Spiels jetzt mehr oder minder gemeistert  hatten, gab es jetzt Gelegenheit,  eine weitere Regelebene kennenzulernen: den Kampf zweier Schiffe auf engstem Raum. Dafür gibt es in der Einsteigerbox ein gut geeignetes Szenario. Am 21. April 1798 versuchte das französische Linienschiff Hercule (74 Kanonen) die englische Blockade um Brest zu durchbrechen, um die dort liegende Flotte zu verstärken. Wegen der starken Strömung konnte die Hercule die Fahrrinne an der Mündung der Seine nicht passieren, bevor die englischen Verfolger zu ihr aufschließen, und Kapitän L’Héritier entschloss sich, in der Passage zu ankern, um in guter Verteidgungsposition den  Angriff der Mars (74) und der weit zurückliegenden Jason (38) abzuwarten.

Mehr zum historischen Hintergrund gibt es bei Wikipedia.

Das an dieser Stelle einsetzende Spielszenario ist auf vier Runden beschränkt, das entspricht zwei Stunden im Spiel, hinterherhängende  englische Verstärkungen spielen daher keine Rolle. Es bleibt ein ausgeglichener Kampf zwischen zwei gleichstarken Schlachtschiffen. Wird es den Franzosen zum Vorteil gereichen, dass sie zu Beginn in der starken Strömung vor Anker liegen?

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Jessica Jones

Als Marvel im Jahr 2001 die neue Serie Alias um die Privatdetektivin Jessica Jones auf den Markt brachte, hatte sich der Verlag ganz schön weit aus dem Fenster gelehnt. Nicht nur musste wegen der allgemeinen Derbheit ein neues Label eingeführt werden, unter welchem Marvel für ein älteres Publikum veröffentlichen konnte, man scheute sich auch dennoch nicht, die neue Reihe lose mit dem bestehenden, meist knallbunten Superheldenuniversum zu verknüpfen. Jessica Jones lebt in derselben Welt wie Spiderman, Thor, Captain America und die Fantastischen Vier.

jessica-jones-aliasDort kramte sie 28 Hefte lang als eine Art weiblicher Sam Spade in den dunkelsten Ecken, soff, rauchte, fluchte und kämpfte, und versuchte, keine Heldin zu sein. Denn darin war sie zuvor gescheitert, noch unter dem Pseudonym Jewel und im aufregenden Superhelden-Outfit. Kann sie fliegen? Es ist „eher eine Art springen“. Ein Auto stoppen? Ja, aber nur „ein langsam fahrendes Auto.“ Vor allem aber hat sie das Gefühl bekommen, nicht zur Heldin zu taugen. Als andere sich noch abmühten, starke Frauen zu etablieren, perfektionierten Brian Michael Bendis (Text) und Michael Gaydos (Zeichnungen) bereits die Stufe, eine glaubhafte weibliche Antiheldin, die ihren Stärken nicht traut und ihre Schwächen wie einen Schild vor sich herträgt.

Nach Alias erschien sie noch, Bendis eigenem Weg zum Chef-Autoren des Marvel-Universums folgend, in der kurzlebigen Serie The Pulse, bis sie dann ein Happy End spendiert bekam.

Und nun hat Netflix diese Figur ins Fernsehen geholt, mit viel Tamtam startete die neue Serie am letzten Freitag und nach fast zehn Jahren Pause war ich äußerst gespannt auf ein Wiedersehen mit Jessica Jones( so auch der Titel, Alias war ja schon belegt). Jessica Jones weiterlesen

Alles und nichts aus meiner Welt. Viel Unsinn aus dem Rest des Universums. Und aus Berlin.