Gespielt: Star Wars Risiko

Der Strategiespielklassiker Risiko ist einer der Titel, um die ich üblicherweise einen großen Bogen mache. Ein bisschen zu simpel für meinen Geschmack, und der Erfolg hängt zu stark vom Würfelglück ab. Auch das Re-Branding etablierter Titel unter dem Logo eines großen Unterhaltungs-Franchise ist auch nicht gerade der größte Kaufanreiz. Zwei Gründe eigentlich, Star Wars Risiko weiter keine Beachtung zu schenken.

Und doch möchte ich das Spiel mit Einschränkungen empfehlen. Nicht nur, weil tütenweise kleine Raumjäger immer eine gute Investition sind, sondern auch weil das Spiel selber mich positiv überrascht hat – weil es nämlich eben gar kein Risiko-Klon ist.

Das Spielfeld, dessen Umrisse deutlich an einen TIE-Abfangjäger aus Epsisde VI – Die Rückkehr der Jedi-Ritter erinnern, ist in drei Schauplätze unterteilt, auf denen zwei Spieler analog zur Handlung des Films die entscheidende Schlacht zwischen dem Galaktischen Imperium und den Rebellen nachspielen.

Im Zentrum ist der Weltraum um den im Bau befindlichen, aber voll einsatzbereiten Todesstern abgebildet. Einzig hier kommen noch Elemente des klassischen Risiko zum Tragen. Raumjäger der Rebellenallianz müssen den Todesstern angreifen, Schwärme von TIE-Jägern versuchen dies zu verhindern. Die Kämpfe in den einzelnen Sektoren der Karte werden dabei nach dem einfachen Risiko-Muster abgehandelt. Für mehr Einheiten bekommen man mehr Würfel und muss dann eine je nach Ziel des Angriffs unterschiedliche Zahl würfeln. Um einen X-Wing oder TIE-Jäger abzuschießen, reicht eine 3 oder höher. Bei robusteren Jägern muss man höher Würfeln, und einzelne Schiffe, wie der „Rasende Falke“, halten auch mehr als einen Treffer aus. Die Rebellen gewinnen das Spiel, wenn sie den Todesstern zerstören, bevor sie alle ihre Raumjäger verlieren.

Wie Ihr Euch aber vielleicht erinnert, muss vor , bevor der Todesstern direkt angegriffen werden kann, noch der Schutzschildgenerator auf dem nahegelegenen Waldmond Endor ausgeschaltet werden. Hier rückt ein Stoßtrupp der Rebellen vor, indem er immer höhere Zahlen würfeln muss, um auf dem Weg voranzukommen. Das Imperium kann den Rebellen dabei Sturmtruppen in Form von Würfelmodifikatoren entgegensetzen. Je länger das dauert, umso länger muss die Rebellenflotte ihren Angriff auf den Todesstern verzögern und sich dabei den imperialen Jägern erwehren.

Auf welchem der Schauplätze die Spieler aktiv werden, bestimmen sie über das Ausspielen von Befehlskarten. Diese werden von einem Stapel auf die Hand gezogen, und in jeder Runde können beide Spieler je drei Karten spielen, plus Bonusbefehle nach bestimmten Ereignissen.

Der dritte Schauplatz ist der Todesstern selbst. Im Thronsaal des Imperators kämpft Luke Skywalker gegen den finsteren Herrscher und dessen Schergen Darth Vader. Der Ausgang dieses Würfelduells, das ebenfalls über die Befehlskarten vorangetrieben wird, kann einen entscheidenden taktischen Vorteil in der Raumschlacht erzeugen, denn der Gewinner bekommt zusätzliche Befehlskarten.

Das Abwägen und Verteilen der zur Verfügung stehenden Befehlskarten auf die drei Schauplätze ist der entscheidende Faktor in diesem Spiel. Besonders der Angriff auf den Schildgenerator und die Weltraumschlacht interagieren hier. Je länger der Stoßtrupp zum Generator braucht, desto mehr Zeit hat die imperiale Flotte, den Angriff der Rebellen abzuwehren, bevor das alles entscheidende Hauptziel angegriffen werden kann. Der imperiale Spieler kann dies aber nur verzögern, nicht verhindern. Und je mehr Zeit er sich verschafft, umso mehr Rebellenjäger stehen dann noch zum Angriff bereit.

Daher ist das Imperium auch die schwierigere und interessantere Fraktion. Erst einmal habe ich eine Partie gespielt, in welcher das Imperium den Angriff der Rebellen, denen am Ende ein einzelner Raumjäger reichen kann um die gigantische Raumstation zu zerstören, letztlich abwehren konnte.

Für erwachsene Strategiespielveteranen ist Star Wars Risiko vielleicht zu simpel, sicher nach ein paar Partien zu einseitig. Es bietet aber nerdigen Vätern die Gelegenheit, mit ihren Kindern ab etwa 8 Jahren einen Haufen Plastikraumschiffe über ein Spielbrett zu schieben, und am Ende gewinnen ziemlich sicher „die Guten“. Die Regeln sind einfach genug, dass meine beiden Achtjährigen das Spiel alleine spielen können.

Mit erwachsenen Spielern dauert eine Partie etwa eine halbe Stunde. Wegen des großen Spielbretts und vieler Materialien braucht man mindestens einen mittelgroßen Tisch.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.