SPIEL 2016

Zwischen all dem Trubel, der mich auch vom regelmäßigen Bloggen abhält, habe ich es mir doch nicht nehmen lassen, mit ein paar der besten Mitspieler der Welt auf die Spielemesse in Essen zu fahren. Diesmal waren wir am Sonntag drin und auch rechtzeitig aufgestanden, was den Messebesuch zu einem deutlich angenehmeren Erlebnis gemacht hat, als wir im Vorjahr hatten. Immer noch voll, aber deutlich weniger, als in 2015.

Das gleiche kann ich über meine Ausbeute berichten. Für mich selbst und die Familie habe ich eigentlich nur Kleinigkeiten mitgebracht, die zwei Erweiterungen zu Star Wars Armada (auf der Messe war Verkaufsstart für Welle IV) zählen ja nicht wirklich – waren aber finanziell der größte Brocken.

Dafür haben wir unsere erste gemeinsame Anschaffung als Gruppe getätigt, es scheint also was Festes zu sein. Aber nach fünf Jahren kann man so einen Schritt auch wagen. Wir haben Sea Fall zunächst probegespielt und dann auch gekauft. Sea Fall ist zunächst ein Aufbauspiel wie viele andere. Spieler können mit ihren Schiffen Inseln erkunden und dort per Handel oder durch Überfälle Handelsgüter erwerben, die sie in ihrem Heimathafen zu Gold machen können, mit dem sie Verbesserungen für Ihre Schiffe kaufen können oder Statussymbole, die sie ihrem Endziel näher bringen: Kaiser zu werden.

Allerdings ist Sea Fall ein sogenanntes „Legacy“-Spiel, bei dem Entscheidungen auch Konsequenzen für spätere Partien haben können. So werden neue Inseln erst im Laufe der Zeit entdeckt, bleiben dann aber dauerhaft bekannt. Manche Ereigniskarten sind nur einmal spielbar, werden danach vernichtet. Dieses Konzept, bekannt vor allem von Pandemic, soll einerseits Anreize zum mehrfach spielen geben, da sich mit dem veränderten Spielmaterial auch die notwendige Strategie ändern kann, und zudem den Spielern das Gefühl von Kontinuität und Relevanz bei ihren Entscheidungen geben. Ohne den „Legacy“-Aspekt wäre Sea Fall vielleicht gar nichts Besonderes und hätte gar nicht unsere  Beachtung gefunden, aber so versprechen wir uns davon viele Spannende Abende.

Mehr Infos bei Boardgamegeek.com

Ein weiteres Highlight war Captain Sonar, ein semi-kooperativer Mix aus Schiffeversenken und Scotland Yard mit verteilten Rollen. Zweimal vier Spieler versuchen, das U-Boot des jeweils anderen Teams zu versenken. Der Kapitän steuert, der Erste Maat und der Leitende Ingenieur sorgen im Zusammenspiel für die Einsatzbereitschaft des Bootes und seiner Systeme, und der Funker hält den Kurs des gegnerischen Boots nach. Das Spiel kann rundenbasiert oder in Echtzeit gespielt werden. In der zweiten Variante, die wir nicht ausprobiert haben, wird mutmaßlich effiziente Kommunikation belohnt, bei der Schritt-für-Schritt-Abhandlung im Rundenmodus konnte hingegen gemeinsam geknobelt werden.

Die Präsentation mit großen Tableaus, an denen im Stehen gespielt wurde, hat das Erlebnis sicher stark verstärkt und es bleibt abzuwarten, ob die kleineren Tafeln am Spieltisch ebenso gut funktionieren.

Das Spiel ist in Deutschland noch nicht im Handel und die Messe-Exemplare waren schon ausverkauft. Vielleicht ist es in der  Hinsicht ein Nachteil, wenn man erst Sonntags hingeht.

Video Review bei The Dice Tower

Und, für wenn ich mal ein paar tausend Euro und ein Zimmer übrig habe, das hier!

img_3320Oh, und Blood Bowl kommt zurück! Nachdem Games Workshop einige Jahre lang nichts mehr von dem Kulthit wissen wollte, wurde es jetzt am Stand gespielt. Im Verkauf ist die neue Ausgabe noch nicht, kommt aber wohl bis Weihnachten. Zwar alles aus Plastik, aber ein Original-Team habe ich ja noch (wieder) …

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