Gelesen: The Sleeper and the Spindle, von Neil Gaiman

Nachdem es jetzt schon fast ein Jahr im Regal stand, habe ich heute das äußert dekorative Büchlein The Sleeper and the Spindle von Neil Gaiman, illustriert von Chris Riddell, auch mal gelesen – einfach zwischendurch, binnen etwa einer Stunde.

Märchen-Mashups sind ja seit ein paar Jahren groß in Mode und Gaiman hat mit seinen Arbeiten wie Sandman oder American Gods immer wieder bewiesen, wie stilsicher er sich der Elemente klassischer Geschichten erzählerisch bewegen kann.

coverDas Ergebnis ist zunächst einmal eine durchweg unterhaltsame Geschichte, in der die Rettung der verwunschenen Prinzessin diesmal keines Prinzen bedarf. Stattdessen kommt eine schöne Königin angeritten, die mit der Rettung durch Prinzen schon ihre eigenen Erfahrungen gemacht hat. Dann gibt es noch eine Wendung, wie man sie von einem Meistererzähler wie Gaiman erwartet, und damit meine ich nicht den viel diskutierten Kuss der Erweckung.

Das ist ein bisschen gruselig, ein wenig komisch und anrührend, das alles auf etwa 70 Seiten, von denen etwa ein Viertel den Illustrationen gewidmet ist. Diese sind nicht ganz nach meinem Geschmack, aber das kann ja auch an meinem Geschmack liegen.

Was die Freude am Buch am meisten trübt, ist sein Länge, vielmehr seine Kürze. Etwa 15 Euro für ein großzügig illustriertes, insgesamt schön gestaltetes Hardcover-Buch von etwa 80 Seiten ist nicht außergewöhnlich viel, aber die Freude hält nicht lang. Es ist ein Buch, das man sich gut ins Regal stellen kann, das man aber nicht lange in der Hand hält. Und dabei bin ich sicher, dass es auf dieser Welt Menschen gibt, Jungs und Mädchen jeden Alters, denen die Geschichte einer mutigen Königin, so richtig mit Schwert und Rüstung, gut tun würde.  Solche Bücher verdienen auch eine kindgerechte Ausgabe.

(Auf Deutsch erschienen unter dem Titel Der Fluch der Spindel.)

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