Gelesen: Unvollendetes

Hier war es in den letzten Monaten so still, dass man meinen könnte, es sei nichts passiert. Das stimmt nicht, vielmehr fehlen mir Zeit, Energie und vielleicht auch ein bisschen das Mitteilungsbedürfnis, um regelmäßig zu schreiben. Weihnachten (schön, aber offline), Fußball (Dortmund Tabellenletzter!) und immer wieder die Kinder (gesund und munter, aber voll in den Alltag integriert) boten sich als Themen nicht genug an oder vergingen, bevor ich zum Schreiben kam. Das allgemeine Glück und Unglück der Welt, die Arbeit, das Schreckgespenst Pegida, das alles kann ich auch genau dann immer nicht in Worte fassen, wenn ich mal ein paar Minuten Zeit habe.

Bücher, so sollte man meinen, Bücher gehen immer. Aber die letzten Monate habe ich dann doch zumeist triviales gelesen, vor allem Fortsetzungen. Zunächst die die nächsten drei Bände der Expanse-Reihe, deren ersten Teil ich hier schon mal bejubelt hatte. Das kommt jetzt übrigens ins TV:

Die Bücher machen weiter Spaß, aber jetzt ist erst mal Warten angesagt, bis im Sommern Band 5 erscheint.

Nach Ersatzunterhaltung musste ich nicht lange suchen, hat doch die eine Hälfte des verantwortlichen Autorenduos direkt zwei Fantasy-Serien anzubieten.

A Shadow in Summer, von Daniel Abraham

Mit seinem ersten veröffentlichten Roman startete der Viel- und Schnellschreiber direkt eine Tetralogie über Liebe, Verrat und Magie. Der erste Band hat mir gut gefallen, ohne dass ich jetzt aber allzuviel dazu sagen kann. Gut gemachte, aber weitestgehend belanglose Unterhaltung. Ich hätte jedenfalls sofort mit der nächsten Folge wetergemacht, hätte ich nicht noch den ersten Teil seiner nächsten Bücherreihe auf dem Kindle gehabt.

The Dragon’s Path, von Daniel Abraham

dragonspathDas war nämlich genau die Art von Buch, die ich brauchte, um mir das Warten auf die nächsten Teile des Song Of Ice and Fire und der Kingkiller Chronicles zu verkürzen, jenen beiden Serien, die mich wieder zum Fantasy-Leser gemacht haben und deren Fortsetzungen ich herbeisehne.

Abraham folgt auch recht deutlich dem Muster von George R. R. Martin, aus dessem schöpferischem Umfeld er auch kommt: er erzählt, wie Martin in A Song Of Ice And Fire, eine weltumspannende Geschichte von Krieg, Verrat, Rache und Drachen, und zwar – wiederum wie Martin – aus verschiedenen Blickwinkeln, mit hohem Tempo und viel trockenem Humor. Dabei verbindet er gekonnt klassische Fantasy-Elemente mit einer plausibel klingendem Welt, die es dem Leser leicht macht, sich in ihr zurecht zu finden und die fantastischeren Beilagen zu akzeptieren.

Das hat so einen Spaß gemacht, dass ich die ersten vier Bände am Stück verschlungen habe, mit dem ironischen Ergebnis, jetzt auch hier auf die Fortsetzung warten zu müssen.

Ansonsten habe ich angefangen, alte Comics noch mal zu lesen und nebenbei ein bisschen auszumisten. eBay sei Dank, habe ich jetzt wieder ein bisschen Platz im Regal.

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