Comic-Überblick 2014 (Teil 1)

Neben „richtigen Büchern“ lese ich ja auch immer noch gerne Comics. Nicht mehr so oft und regelmäßig, wie noch vor ein paar Jahren, aber immer wieder mal. Die meisten, die ich in den letzten Monaten gelesen habe, sind keineswegs Neuerscheinungen, meist greife ich Serien erst mit großer Verzögerung auf. Ich bin halt wählerisch geworden, und das bedeutet oft auch, warten zu müssen.

Northlanders, Band 1: Sven, The Returned

Northlanders_2Schwer beeindruckt und positiv überrascht hat mich der erste Band von Northlanders (Text: Brian Wood,  Zeichnungen Davide Gianfelice). Wikinger sind ja in der Popkultur seit ein paar Jahren wieder total in Mode, und diese Serie, deren erste Ausgabe schon im Jahr 2008 erschien, war bei der Neubelebung zumindest ganz vorne mit dabei. Die ersten Kapitel deuten auf eine recht konventionelle Rache-Story nach dem bewährten „Verlorener Sohn kehrt heim, köpft halbes Dorf“-Muster hin, aber zum Ende kriegt die Geschichte die Kurve und gerade das Ende hat Sven, The Returned in meiner Wertschätzung steigen lassen. Wenn ich mal Zeit habe, lese ich gerne auch den nächsten Band. Insgesamt sind 50 Einzelhefte in sieben Sammelbänden erschienen.

Morning Glories, Band 1

morninggloriesv1tpcovDiese Serie von Autor Nick Spencer verbindet die beiden populären Genres des Jugenddramas und der Horrorgeschichte. Dabei bedient es großzügig die gängige sexy-Schulmädchen-Optik, ohne es eigentlich nötig zu haben, denn die Geschichte selbst ist – zumindest im bereits gelesenen ersten Band – stark genug, die Serie zu tragen. Im besten Fall ist das ja auch subversiver Trick, im schlimmsten ist die Optik vermutlich  zielgruppengerecht und gibt nur vor, auf irgendeiner Metaebene die Oberflächlichkeit und den in der Comic-Industrie allgegenwärtigen Sexismus zu kommentieren. Man kann das auch, je nach Stimmung, manchmal interpretieren und sich manchmal heimlich daran erfreuen. Jeder, wie es ihm beliebt.

In Rezensionen einschlägiger Publikationen wurde nicht selten ein Vergleich mit der TV-Serie Lost gezogen. Der Auftakt ist jedenfalls vielversprechend und ob der Vergleich auf Dauer haltbar ist, lässt sich natürlich noch nicht sagen. Ob ich soweit komme, ist eine andere Frage, auch bei Lost habe ich ja nicht bis zum Ende ausgehalten; die Auflösung kam etwa anderthalb Staffeln zu spät und vieles vorher wirkte, wie eine künstliche Verlängerung. Das Gesetz der Serie eben und es ist zu hoffen, dass Morning Glories diesem nicht erliegt, bevor die Geschichte auserzählt ist.

 Fatale

Die Crime-Spezialisten Ed Brubaker (Skript) und Sean Philips unternehmen einen unterhaltsamen Ausflug ins Horror-Genre. Dies hat mir allerdings noch nie sonderlich gelegen und im Gegensatz zu Fantasy, Science Fiction und Thrillern ist es mir damit wirklich ernst. Sieht gut aus, liest sich gut, ist aber nichts für mich.

Saga

Die neue große Science Fiction Saga von Brian K. Vaughan (Text, Y – The Last Man) und Fiona Staples (Zeichnungen) hat viele Zutaten, um mich anzusprechen, mich aber letztlich kalt gelassen. Irgendwas fehlte mir, ohne dass ich es jetzt bezeichnen kann.

Fables

Die Serie über das Leben der Märchenfiguren im Exil der modernen Welt habe ich jetzt, nach etwa zahn Jahren Pause, wenigstens soweit weitergelesen, bis enthüllt wurde, wer der böse Gegenspieler war, dessen finstere Horden Schneewittchen, den bösen Wolf und die anderen aus dem Märchenland vertrieben hat. Die Prämisse bietet noch Stoff für viele Geschichten, ist aber zum einen von der Märchenbraut geklaut, andererseits habe ich zu den amerikaniserten Versionen der Fabelwesen auch vielleicht zu wenig Bezug.

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